FAZ 26.07.2026
07:05 Uhr

angriff auf CSD Berlin: Verdächtiger soll islamistischer Szene angehören – Fahndung läuft


Polizei fahndet nach 21-jährigem Tatverdächtigen +++ Todesopfer ist eine Frau +++ Polizei prüft Einsatz von Stichwaffe +++ Merz verurteilt „abscheuliche Tat“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog

angriff auf CSD Berlin: Verdächtiger soll islamistischer Szene angehören – Fahndung läuft

Polizei: Todesopfer ist eine FrauBei dem Angriff am Rande des Christopher Street Days in Berlin ist eine Frau getötet worden. Das sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Frau wurde demnach so schwer verletzt, dass sie noch vor Ort starb. Weitere Details nannte der Sprecher nicht. Auch Angaben zum aktuellen Zustand der mindestens 16 Verletzen lagen nicht vor. Nach früheren Angaben der Feuerwehr sind von den 16 Verletzten 3 lebensbedrohlich und 8 schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Ferner wurden nach Angaben der Feuerwehr 30 Menschen psychologisch betreut. Sie stünden unter dem Eindruck des Geschehens.

Berliner Polizei: Mutmaßlicher Verdächtiger identifiziertNach dem Angriff am Rande des Christopher Street Days in Berlin hat die Polizei nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Verdächtigen identifiziert. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.„Wir haben weiterhin noch keinerlei Hinweise auf seine konkreten Motivationshintergründe oder auch den genauen Ablauf oder seinen Tatbeitrag als solchen“, sagte der Polizeisprecher weiter.

Polizei durchsucht Wohnung in SchönebergDie Polizei hat eine Wohnung in Schöneberg durchsucht. Es erfolgte keine Festnahme, weil kein Mensch angetroffen wurde, wie Polizeisprecher Florian Nath der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Zugriff, an dem Spezialkräfte der Polizei (SEK) beteiligt waren, erfolgte nach Informationen der „Welt“ gegen 1.10 Uhr. Demnach war in dem Mietshaus ein sehr lauter, explosionsartiger Knall zu hören. Vorher hatten Polizisten das Gebäude betreten. Nach dem „Welt“-Bericht rückte die Polizei gegen 1.25 Uhr wieder ab.

Polizei richtet Hinweisportal ein – Videos und Fotos gefragtDie Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung und hat dafür ein Hinweisportal eingerichtet. „Zeuginnen und Zeugen werden gebeten, sachdienliche Hinweise in Form von selbst aufgenommenen Fotos oder Videos zum Tatgeschehen über den folgenden Link für die weiteren Ermittlungen an unser Hinweisportal be.hinweisportal.de zu übersenden“, teilte die Polizei bei X mit. Die Polizei fahndete in der Nacht weiterhin nach dem oder den Tätern.

Dobrindt bietet Berlin Unterstützung anBundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat den Landesbehörden die Unterstützung des Bundes angeboten. Das teilte ein Sprecher der Bundesregierung in der Nacht zum Montag mit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde demnach unmittelbar nach der Tat informiert. Er stehe mit Dobrindt in engstem Kontakt und werde von den Sicherheitsbehörden fortlaufend unterrichtet, so der Sprecher der Bundesregierung. Der Bundesinnenminister sei im ständigen Austausch mit den Behörden des Landes Berlin. „Bundeskanzler und Innenminister sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Sie danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“, erklärte der Sprecher.

Polizei: Ein Toter, 16 VerletzteBei der Tat am Rande des Christopher Street Days in Berlin sind nach aktuellen Angaben der Polizei mindestens ein Mensch getötet und 16 weitere verletzt worden. Für Angehörige wurde eine Personenauskunftsstelle unter 030 8485 4460 eingerichtet, sagte Polizeisprecher Florian Nath bei X.Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Dominik Pretz sind von den 16 Verletzten drei lebensbedrohlich und acht schwer verletzt. Zudem gibt es fünf leicht verletzte Menschen, wie Pretz sagte. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.Ferner werden nach Angaben des Sprechers 30 Menschen von den Helfern der Feuerwehr betreut. Sie stünden unter dem Eindruck des Geschehens. Es geb vor Ort eine psychologische Notfallversorgung. Die Feuerwehr ist nach eigenen Angaben mit rund 150 Helfern im Einsatz.

Merz: „Abscheuliche Tat“Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den tödlichen Vorfall am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin als „abscheuliche Tat“ verurteilt. Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt“ und werde von den Sicherheitsbehörden „fortlaufend unterrichtet“, erklärte ein Regierungssprecher in der Nacht zum Sonntag. Merz und Dobrindt „danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“.

Polizei prüft Einsatz von Stichwaffe Nach dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days in Berlin mit mindestens einem Toten und mehreren teils lebensgefährlich Verletzten prüft die Polizei, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. „Dass ist das, was uns Zeugen geschildert haben. Dass dort Leute mit Stichverletzungen liegen sollen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Menschen seien so schnell wie möglich in Krankenhäuser transportiert worden. „Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat“, sagte Nath. Die „Bild“ berichtete, eine Person mit einem Messer habe das Fahrzeug verlassen, die „B.Z.“ schrieb von einer Machete. 

Hintergründe bislang unklar Der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise für einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, sagte der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts zu sagen. Es sei auch besser, noch nicht zu spekulieren. „Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.“ Das mache die Sache nun auch unübersichtlich. Gaebler, der Innensenatorin Iris Spranger während ihres Urlaubs vertritt, zeigte sich bestürzt über den Vorfall. Auch die Polizei macht bislang keine Angaben zu den Hintergünden. „Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches“, sagte ein Polizeisprecher. „Das ist alles noch nicht gesichert bekannt.\"

Wegner: Angriff auf unsere weltoffene GesellschaftBerlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) spricht nach dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. „Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“, teilte er mit. 

Mutmaßlich weißer Transporter in Tiergarten gefahrenLaut ersten Angaben der Polizei sei mutmaßlich ein Fahrer eines weißen Fahrzeugs in den großen Tiergarten eingefahren. „Die genaue Route ist uns nicht bekannt“, sagte Pressesprecher der Polizei Florian Nath. Anschließend sei auf dem Ahornsteig parallel zur Lennéstraße entlanggefahren und habe dort mehrere Personen teilweise lebensgefährlich verletzt. Es gebe „zahlreiche Verletzte\", die im Tiergarten und angrenzenden Bereichen behandelt und teilweise reanimiert würden. 

Polizei: Zahlreiche Verletzte, mehrere lebensgefährlich Bei dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days in Berlin hat es nach Polizeiangaben auch Schwerverletzte gegeben. Das erklärte Polizeisprecher Florian Nath bei X. Zuvor hatte er von 15 Betroffenen berichtet. Ein Mensch sei so lebensgefährlich verletzt worden, dass er gestorben sei.